Gigabit Testbed Süd
Der 1984 gegründete
DFN Verein (Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den
Informationsaustausch in nationalen und internationalen Netzen zur Förderung von Bildung und
Wissenschaft voranzutreiben. Aus diesem Grund hat der DFN Verein die Infrastruktur des Deutschen
Forschungsnetzes zügig ausgebaut.
Das Breitband-Wissenschaftsnetz (B-WiN) des DFN-Vereins verfügt inzwischen über 500 Anschlüsse
im Bundesgebiet und gilt daher zurzeit als das weltweit am besten ausgebaute kundenexklusive
Hochgeschwindigkeitsnetz mit ATM Technologie. Trotzdem
wird schon im Jahr 2000 ein Engpaß entstehen, da immer mehr Anwender auf das Wissenschaftsnetz
zurückgreifen und v.a. durch multimediale Anwendungen sehr umfangreiche Datenmengen anfallen.
Als Abhilfe dazu ist der Ausbau eines Gigabit Netzes in Vorbereitung, auf dessen Datenleitungen im
Gigabitbereich übertragen werden kann. Zwei Projektgruppen führen derzeit die technologischen
Untersuchungen und Einstiegsvorbereitungen durch: Dabei handelt es sich um das Gigabit Testbed West und das
Gigabit Testbed Süd.
Im
Gigabit Testbed West
besteht eine Datenleitung zwischen dem Forschungszentrum Jülich und der GMD St. Augustin mit einer
Leistung von fast 2.4 Gbps, die die Supercomputer des Typs CRAY T3E und CRAY T90 mit den Rechnern IBM SP2 und
einem Hochleistungs-Visualisierungsserver ONYX 2 verbindet. Es ist geplant, im Herbst 1998 das GTB West um
einen Standort im Kölner Raum zu erweitern.
Im Gigabit Testbed Süd verbinden insgesamt drei Datenleitungen mit einer Leistung von jeweils fast 2.4 Gbps die Strecke von München über Erlangen nach Berlin. Mit einem Wechsel auf die Gigabitebene stehen nicht nur größere Bandbreiten für bisherige Anwendungen im B-WiN zur Verfügung, sondern es besteht in Zukunft auch die Möglichkeit, neue Anwendungen zu verwirklichen, die bisher wegen ihrer Anforderungen an Dienstqualität und Bandbreite nicht realisierbar waren. Beispiele dafür sind Anwendungen im medizinischen Bereich, Meta-Computing, Video-on-Demand und Multimedia Anwendungen, die sehr hohe Auflösungen und eine große Dienstgüte verlangen



